Canon D30 – der Testbericht
Als Nikon für ca. 10.000 DM die D1 auf den Markt brachte dachte jeder, dass dies mit einer professionellen Kamera so schnell nicht zu unterbieten sei. – Alles falsch!
Als Canon die D30 jetzt zum halben Preis der D1 ankündigte dachte jeder, dass der eingebaute CMOS-Sensor keinem Vergleich mit anderen professionellen Digitalkameras standhalten würde. – Alles falsch!
Auch ich war der Ansicht, dass man für ca. 5.500,- DM und mit einem eingebauten CMOS-Sensor maximal einen 'digitalen Objektivrückdeckel' produzieren könnte.
Alles falsch!
Ich habe die D30 jetzt ein paar Tage testen können und bin zu dem Schluss gekommen, dass dieser Technik, mittelfristig, die Zukunft gehören wird. Sowohl preislich als auch qualitativ. Die CMOS-Sensor-Technik hat in den letzten zwei Jahren, fast unbemerkt, offenbar einen großen Schritt nach vorn gemacht. Selbst bei hohen Empfindlichkeiten bis 1600 ASA. Der Canon D30 Sensor zeigt auch bei 1600 ASA kaum Schwächen. Das bislang bekannte bunte Rauschen in den Tiefen der Digitalbilder ist auf ein Minimum reduziert. Nicht korrigierbare Streifen, wie man sie teilweise von der Konkurrenz kennt sind für die D30 ein Fremdwort. Es fällt auf, dass der Sensor der D30 in den dunklen Bildteilen den Farbanteil stark reduziert und die Farbtöne, sobald ein gewisser Helligkeitswert unterschritten wird, in dunkelgrau bis schwarz übergehen. Mit zunehmender ASA Zahl nimmt die Farbsättigung langsam ab.
Eigentlich verhält er sich wie das menschliche Auge.
Je dunkler es wird, desto weniger Farbe sehen wir. Irgendwann kann auch unser Auge nur noch Formen aber keine Farben mehr erkennen. Die D30 reagiert ähnlich. Da man also auf Farbwiedergabe in den sehr dunklen Bildbereichen verzichtet, gibt es auch kein farbiges Rauschen in den Bildtiefen. Nur noch eine relativ geringe Struktur, die dem bekannten Filmkorn bei SW-Filmen ähnelt. Diese recht schwache aber gleichmässige Erscheinung lässt sich, falls es überhaupt notwendig erscheint, über Filter einfach korrigieren..
Auffallend gut ist z.B. die natürliche Farbwiedergabe von Hauttönen bei normalen Lichtverhältnissen und niedrigen Empfindlichkeitsbereichen. Hier sind bei der Nachbearbeitung im Photoshop kaum noch Korrekturen notwendig.
Dass das Canon E-TTL-Blitzsystem im Bereich der Digitalkameras allen anderen Systemen überlegen ist, wird mit der Kodak DCS 520/Canon D2000 schon einige Zeit bewiesen. Alle Versuche mit der D30 und dem Systemblitz 550EX eine Fehlbelichtung zu provozieren schlugen fehl. Selbst bei ungünstigsten Verhältnissen – sprich hohe ASA Zahl, dunkler Hintergrund, Weitwinkel und kurzer Aufnahmeabstand war die D30 immer Herr der Lage.
Lässt man der D30 freien Lauf, genauer gesagt speichert man die Bilder in bester JPEG-Qualität auf die Microdrive, so kann man 22 Bilder in Serie machen – und das bei 3 Bildern/Sekunde.
Anders als andere Hersteller...
...von Digitalkameras im Bereich um die 10.000,-- DM hat Canon wirklich aus Fehlern gelernt. Vor allem aus Fehlern der Konkurrenz. So hat man z.B. bei Canon begriffen, dass eine gute Hardware alleine nicht ausreicht um ein gutes Produkt auf den Markt zu bringen. Die Importsoftware muss ebenfalls gut sein. Hier hat man sich stark an die Software der Canon D2000 bzw. der Kodak DCS-Kameras angeglichen. Diese Importsoftware ist bekanntermaßen sehr gut.
Ein kleines aber sehr wichtiges Detail...
...ist die Klappe hinter der sich die Speicherkarte in der Kamera verbirgt. Öffnet man diese Klappe, so schaltet sich die Kamera automatisch ab. Wozu? Ganz einfach: Damit die Speicherplatte nicht ein- oder ausgesteckt werden kann solange sie unter Strom steht. Sehr häufig hat es Ausfälle bei Speichermedien gegeben, weil diese bei angeschalteter Kamera herausgezogen wurden. Genau dies hat den Speichermedien mehr geschadet als man allgemein angenommen hat. Wie gesagt – ein kleines aber feines Detail.
Eine übersichtliche Benutzerführung...
...im Kameradisplay, selbstverständlich in deutscher Sprache, war Canon bei der Entwicklung offensichtlich ein Anliegen welches so manchem anderen Hersteller nicht sehr am Herzen lag.
Nobody is perfect.
Natürlich hat die D30 auch ein paar kleine Schwächen. So reagiert sie auf helle Rot-Töne sehr heftig. So sollte man z.B. Portraits keinesfalls zu hell belichten. Lieber etwas knapper belichten, wie man es von Dias gewohnt war. Das Canon Autofocus ist auch in der D30 sehr schnell, hat aber eine leichte Verzögerung beim Antippen des Auslösers. Dies mag vielleicht auch daran gelegen haben, dass wir lediglich ein Vorserienmodell zum Test hatten. Ich denke hier ist bis zur endgültigen Auslieferung noch etwas zu verbessern. Es wäre allerdings auch das erste Autofocus Problem, das Canon nicht in den Griff bekommen würde.
Der normale Lieferumfang...
...der D30 ist sehr umfangreich. Body, alle notwendigen Kabel, 1 Akku, Akkuladegerät, Netzteil und Software sind inbegriffen. Wir empfehlen als sinnvolles Zubehör das Upgrade-Kit (bestehend aus Handgriff, 1 zusätzlicher Akku, 1 GB Microdrive). Ferner sollte man sich zwei weitere Akkus in den Kamerakoffer legen.
Alles in allem -
die Canon D30 ist eine Kamera, auf die man sich freuen darf! Auch der Geldbeutel freut sich auf die PreisCanone.
Telefon: 07141 440096, Telefax: 07141 440097, E-Mail: 
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